
Daimlers Bussparte glänzt und fährt Gewinne ein… Foto: DaimlerTruck; Montage: omnibus.news
Gewinneinbruch bei Daimler Truck, der Nettogewinn beim Nutzfahrzeughersteller brach um ein Drittel (ganz genau 34 Prozent!) ein. Das Konzernergebnis sei 2025 im Vergleich zum Vorjahr von rund 3,1 Milliarden Euro auf zwei Milliarden Euro gesunken, teilte der Konzern jetzt mit. Besonders die schwächere Nachfrage in den USA sei deutlich zu spüren. Einzig die Bussparte glänzte, im abgelaufenen Geschäftsjahr stieg hier der Absatz um moderate 2%, der Umsatz hingegen stieg um 14%. Analysten blicken auf Earnings Before Interest and Taxes (EBIT), Daimler Truck nannte für die Bussparte Daimler Buses positive Zahlen. Das bereinigte EBIT stieg um 39%.
Respekt, denn das bereinigte EBIT bezeichnet den Nettogewinn, der ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 432 Mio. Euro auf 599 Mio. Euro gestiegen! Die für die Bussparte vor vier Jahren eingeleiteten Spar- und Restrukturierungsmaßnahmen haben gegriffen. Im Sommer 2022 drohte bei EvoBus in Mannheim und Neu-Ulm ein Job-Kahlschlag, wie es seinerzeit die Gewerkschaft nannte. Auf einer am 29. Juni 2022 kurzfristig anberaumten Informationsveranstaltung für die Beschäftigten bei EvoBus teilte die Unternehmensleitung in Mannheim mit, dass Teile der Produktion ins Ausland verlagert werden.
U.a. soll der gesamte Rohbau in Mannheim geschlossen werden. Davon wären dann nach Angaben der IG Metall Mannheim etwas 1.000 Beschäftigte betroffen. Am Standort Ulm stünden weitere rund 500 Arbeitsplätze auf der Kippe, so die Gewerkschaft vor vier Jahren. Daimler Truck ist börsennotiert, während die Verlagerung des Rohbaus von Mannheim nach Tschechien vorgeschlagen wurde, meldete der Konzern gleichzeitig im zweiten Quartal 2022 einen Gewinn, der die Aktionäre freute. Daimler Truck sparte, auch Daimlers Bussparte war Teil des Sparplans.
Und der sah eine Kostenreduktion im Produktionsverbund bis 2030 um 100 Millionen Euro vor. All dies geschehe, um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu stärken, wie Till Oberwörder, Leiter der Bussparte von Daimler Truck, seinerzeit gegenüber dem Mannheimer Morgen in einem Interview erklärte. Keine Frage, mit Blick auf steigende Energiekosten oder auch die Lohnkosten gehört Deutschland im Fahrzeugbau weltweit zu den teuersten Ländern. Durch die Verlagerung des Rohbaus sollten Lohnkosten von 30 Mio. EUR jährlich eingespart werden, wie die IG Metall vor ver Jahren mitteilte.
Die Stimmung unter den Arbeitern war damals „sehr, sehr emotional geprägt“, wie Bruno Buschbacher, Vorsitzender des Evobus-Gesamtbetriebsrats im Zusammenhang mit der Informationsveranstaltung berichtete. Heute blickt zumindest die Bussparte mit ihren Mitarbeitern positiv auf das Geschäftsjahr 2025. Freude auch deshalb, weil Daimler Buses erstmals eine zweistellige Marge ausweist. Durch die Vereinbarung mit Otokar, mit der zusätzliche, kosteneffiziente Produktionskapazitäten für den stark nachgefragten Mercedes‑Benz Conecto Stadtbus geschaffen wurden, wurde die Marktposition von Daimler Buses weiter gestärkt.
Der Konzern habe „2025 in einem anspruchsvollen Geschäftsumfeld mit rückläufigen Schlüsselmärkten ein resilientes Konzernergebnis“ erzielt, heißt es in der Pressemitteilung. „Unsere Ergebnisse für 2025 zeigen eine verbesserte operative Performance in einem herausfordernden Geschäftsumfeld“, sagte Daimler-Truck-Chefin Karin Rådström. Mit dem Effizienzprogramm Cost Down Europe entwickelt Daimler Truck sein Europageschäft weiter, um Wettbewerbsfähigkeit und Widerstandskraft durch Materialkostensenkungen, optimierte Geschäftsabläufe sowie Effizienzsteigerungen in direkten und indirekten Bereichen nachhaltig zu stärken, wie es weiter heißt. (DaimlerTruck/PM/omnibus.news/Sr)