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Faller kündigt im Maßstab 1/87 einen Bausatz einer Postkutsche an. Foto: Faller

Auch wenn Faller in 2026 nicht auf der Spielwarenmesse ausstellt, eine Formneuheit mit Busbezug gibt es auch hier: Ein Bausatz einer Postkutsche soll ab März 2026 verfügbar sein, wie das Unternehmen, das in diesem Jahr den 60. Geburtstag feiert, mitteilt. Die detailreiche Postkutsche in elegantem Schwarz mit leuchtend gelben Akzenten lasse den Charme vergangener Jahrhunderte in die Modellwelt einziehen, so Faller. Ob auf staubigen Landstraßen oder vor dem Postamt, sie erzählt von Reisen, Geschichten und dem Klang galoppierender Miniatur-Hufe… 

Ja — die Postkutsche gilt als einer der wichtigsten Vorläufer des Omnibusses, allerdings mit ein paar Unterschieden. Postkutschen beförderten nicht nur Post, sondern auch mehrere zahlende Fahrgäste gleichzeitig. Sie fuhren regelmäßig auf festen Routen zwischen Städten. Damit erfüllten sie bereits das Grundprinzip des späteren Omnibusses: öffentlicher Personenverkehr für „alle“. Aber: Die Postkutsche war staatlich organisiert und primär auf den Postdienst ausgerichtet.

Der Omnibus (ab dem frühen 19. Jahrhundert) entstand als ziviles, städtisches Verkehrsmittel, oft privat betrieben, mit häufigeren Haltestellen und kürzeren Strecken. Die Postkutsche war kein Omnibus im modernen Sinn, aber sie hat das Konzept des öffentlichen Massenverkehrs entscheidend vorbereitet. Bevor die Postkutsche in der Vitrine oder auf einer Anlage steht, müssen 29 farbige Einzelteile (zwei davon sind Koffer auf dem Dach) und zwei Fensterfolien mit Plastik- und Sekundenkleber zusammengebracht werden.

Dank beiliegender Bauanleitung eine leichte Aufgabe. Ein Punkt, der die Erfolgsgeschichte des Unternehmens immer begleitet hat. Gebr. Faller Modellbau – heute meist einfach Faller genannt – ist einer der bekanntesten Namen im europäischen Modellbau, besonders im Bereich Gebäudemodelle für Modelleisenbahnen. Die Firma wurde 1946 im Schwarzwaldstädtchen Gütenbach gegründet – von den Brüdern Edwin und Hermann Faller. Direkt nach dem Zweiten Weltkrieg war Material knapp.

Die Brüder begannen zunächst ganz pragmatisch: Spielzeug, Holzartikel und Alltagsgegenstände gehörten zum Angebot. Relativ schnell entdeckten sie dann aber eine Marktlücke… Mit Zubehör für Modelleisenbahnen, die damals immer populärer wurden, begann der Aufstieg. In den 1950er-Jahren kam der große Durchbruch, denn Faller spezialisierte sich auf Gebäude, Bahnhöfe, Kirchen, Stadthäuser und Landschaftsteile – zunächst aus Holz, später aus Kunststoff. Besonders innovativ war die Serienfertigung bei gleichzeitig hohem Detailgrad. (Faller/omnibus.news/PM/Sr)

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