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Der Elektro-Reisebus von Kiira Motors Corporation aus Uganda fährt 30 Tange lang und 13.000 km durch Afrika. Foto: KMC

Allen Daten der Fahrt werden gesammelt und wissenschaftlich ausgewertet. Foto: KMC

Wow, die Kiira Motors Corporation aus Uganda schickt einen Elektro-Reisebus auf eine Africa Electric Expedition. 30 Tange lang und 13.000 km zeigt der in Uganda hergestellte Elektrobus auf seiner Fahrt quer durch Afrika, dass das Thema Elektromobilität auch in Afrika darstellbar ist, wie Paul Isaac Musasizi, Founding CEO bei der Kiira Motors Corporation, im Gespräch mit omnibus.news erklärt. Und ja, die Fahrt sei auch eine Testfahrt für den Kayoola Electric Coach 13M, wie der Elektro-Reisebus von Kiira offiziell heißt.

Elektromobilität und Elektrobusse sind kein ausschließlich europäisches Thema, wie Musasizi erklärt. Elektromobilität wachse in Afrika, und ja, sie sei aber ungleich verteilt. Wichtige Die Ladeinfrastruktur sei im Aufbau, aber viele Länder würden noch eine geringe Dichte an Ladesäulen bereithalten. Und: Die Netzstabilität sowie die Ladezeiten stellten Herausforderungen dar. Vor diesem Hintergrund sei auch die Africa Electric Expedition zu sehen,  es sei nicht nur ein Test für den Elektrobus. Die Kiira Motors Corporation wolle zeigen, dass ein in Afrika entwickelter und hergestellter Elektrobus auch lange Strecken über Grenzen hinweg bewältigen könne, so Musasizi gegenüber omnibus.news.

Besonders stolz sei er auf das Team, dass die spannende Busfahrt begleite und durch den Einsatz auch erst möglich mache. Nach einer Woche bzw. am achten Tag zieht Paul Isaac Musasizi ein erstes, positives Fazit: Der aktuelle Kilometerstand betrage 2.370 km, was 18,2 % der Expeditionsstrecke betrage. Man habe 1.109,4 kg CO₂-Emissionen bislang vermieden, als  Energieverbrauch wären 2.017 kWh ermittelt worden, was einer Verbrauchsrate 0,85 kWh/km entsprechen würde. Zwischenfälle oder besondere Vorkommnisse?

Keine, so Musasizi. Kein Wunder, denn Kiira Motors Corporation hat schon vor fast zehn Jahren einen Elektrobus auf die Räder gestellt. 2016 sorgte nicht eine europäische Metropole, sondern die ugandische Hauptstadt Kampala mit einem 9,1 m langen Elektrobus für Aufsehen. Der erste Elektrobus in Afrika ging in Betrieb. Der Prototyp des Kayoola Solar Bus bot Platz für 35 Fahrgäste und wurde mit Sonne betankt. Zwei Batterien und Solarmodule auf dem Dach bildeten den Antrieb des ugandischen Elektrobusses.

Die erste Batterie – vor Fahrtbeginn mit der Kraft der Sonne geladen – wird nach Auskunft von Kiira Motors Corporation für den elektrischen Antrieb genutzt, die zweite Batterie wurde während der Fahrt durch die Sonne aufgetankt. Zwölf Solarmodule lieferten 1.320 Watt, das sorgte für die entsprechende Reichweite. Wobei Reichweite ja bekanntlich imme relativ ist. War die Energie der ersten Batterie mit einer Leistung von 70 kW/h nach 80 Kilometern verbraucht, fuhr der Kayoola Solar Bus mit der Energie der zweiten Batterie weiter.

Die hatte aber nur noch eine Kapazität von bis zu 15 Kilometern, dafür war sie aber schon nach nur einer Stunde unter der Sonne Ugandas wieder voll geladen. Unterstützung gab und gibt es durch die Regierung, die bis 2040 in Uganda eine mittelständische Wirtschaft und auch eine E-Bus-Produktion etablieren will. Uganda hat sich, wie viele andere Länder Afrikas mittlerweile auch, der Sonnenenergie verschrieben. Die Regierung wünscht sich – mit Blick auf die wachsende Mobilität – eine eigene, wachsende Autoindustrie, die sich vor allem alternativen Antriebskonzepten widme.

Kiira Motors Corporation zählt in Uganda zu den Pionieren bei Elektrobussen, seinerzeit habe man mehr als vier Jahre am Elektrobus-Prototypen Kayoola Solar Bus getüftelt, ein sechsstelliger Betrag sei in das Projekt Kayoola Solar Bus geflossen, wie Musasizi gegenüber omnibus.news erklärt. Die Idee eines Elektrobusses wurde 2016 aus einem universitären Projekt heraus geboren. Die meisten Ingenieure der Kiira Motors Corporation sind Absolventen der Makerere-Universität. Mit Unterstützung aus dem Uganda-Science-Technology- Innovation-Programm sind auch bei Kiira Motors Corportation im wahrsten Sinne spannede Fahrzeug-Projekte entstanden.

Aktuell sorgt der Kayoola Electric Coach 13M für Aufsehen. Der Elektro-Reisebus biete Platz für maximal 64 Fahrgäste, so Musasizi, alle hätten Zugriff auf ein bordeigenes WLAN, denn ein LTE-Router sei auch verbaut. Der Kayoola Electric Coach 13M verfüge über einen 400 kW starken Antrieb mit bis zu 5.000 Nm Drehmoment und könne, wenn gewünscht, bis zu 100 km/h schnell fahren. Mit seiner 422 kWh großen Batterie komme er bis zu 500 Kilometer weit, nach einer Woche hätte man als tägliche Laufleistung durchschnittlich gut 300 km ermittelt. An zwei Tagen sei der Kayoola Electric Coach 13M auch schon über 500 km gefahren. Weil ein DC-Schnellladegerät mit dabei sei, können täglich problemlos geladen werden, so Musasizi. (KiiraMotorsCorporation/omnibus.news/Sr)

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