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Der Setra S 210 H wird in Szene gesetzt - Foto: Brainpool / Willi Weber

Der Setra S 210 H wird in Szene gesetzt – Foto: Brainpool / Willi Weber

Klappe, die 35. „Und Aktion bitte…“, ruft Regisseur Arne Feldhusen. Gut ausgeleuchtet steht aber in dieser Szene nicht der Hauptdarsteller Bernd Stromberg im Mittelpunkt, sondern ein Bus. Genauer gesagt ein Kässbohrer S 210 H. Beide mittlerweile echte Klassiker, Stromberg im Bereich Comedy, der Setra im Bereich der Clubbusse.

Anfangs ist die Stimmung noch gut... Foto: Brainpool / Willi Weber

Anfangs ist die Stimmung noch gut… Foto: Brainpool / Willi Weber

Für einen Kinofilm kehrt der schrecklichste Chef der Welt noch einmal zurück. Mit einem betagten Reisebus soll die Belegschaft der Stromberg-Abteilung zum 50. Firmenjubiläum der Capitol Versicherung bringen. Keine Frage, dass hinter dem Lenkrad des Busses der Abteilungsleiter höchstpersönlich sitzt.

Zur Premierenfeier stand der Clubbus aus Ulm auf dem roten Teppich - Foto: Brainpool / Willi Weber

Zur Premierenfeier stand der Clubbus aus Ulm auf dem roten Teppich – Foto: Brainpool / Willi Weber

Doch Christoph Maria Herbst hat – genau wie Bernd Stromberg – gar keinen Busführerschein. Fahrszenen mit ihm konnten nur auf einem abgesperrten Stück Straße gedreht werden. Für die restlichen Szenen saß ein Double mit einer Fahrerlaubnis hinter dem Lenkrad. Das kommentierte Stromberg sehr zur Freude der Filmcrew wie gewohnt sarkastisch, bissig und egozentrisch.

Stromberg als Busfahrer. Foto: Brainpool / Willi Weber

Stromberg als Busfahrer, ob das gut geht? Foto: Brainpool / Willi Weber

Im Kinofilm geht es raus aus dem Büro und rein in einen Bus. Wie bei der Fernsehserie ist auch beim Kinofilm nichts dem Zufall überlassen: Alles typisch, so wie der Clubbus typisch für Betriebsausflüge einer Abteilung ist. „Wir waren auf der Suche nach einem Fahrzeug, das zur Capitol Versicherung passt – so wie wir sie bisher gezeigt haben“, sagt Philipp Graf , der die Produktion des Films betreut hat. „Der ausgewählte Bus ist alt, abgerockt, nicht mehr zeitgemäß, aber doch mit einer besonderen Note.“

Einsteigen zum Betriebsausflug - Foto: Brainpool / Tobias Klauke

Einsteigen zum Betriebsausflug – Foto: Brainpool / Tobias Klauke

Hat Stromberg wirklich den Überblick? Foto: Brainpool / Willi Weber

Hat Stromberg wirklich den Überblick? Foto: Brainpool / Willi Weber

Jetzt geht es zu Fuß weiter! Foto: Brainpool / Willi Weber

Jetzt geht es zu Fuß weiter! Foto: Brainpool / Willi Weber

Der im Film eingesetzte Kässbohrer S 210 H gehört zur Baureihe 200, die Kässbohrer im Sommer 1976 vorstellte. Die mit der neuen Baureihe eingeführte Standardisierung der einzelnen Typen und Baugruppen sowie verbesserte Produktionsverfahren, hier insbesondere das Verbundsystem – eine von Kässbohrer entwickelte Vorrichtung im Rohbau zum Zusammensetzen der Gerippekomponenten – ermöglichten eine Leistungssteigerung der Produktion auf acht Komplettbusse pro Tag. Von einer Leistungssteigerung seiner Abteilung träumte bekanntlich auch Stromberg immer…

Der S 210 H gut ausgeleuchtet am Filmset - Foto: Brainpool / Willi Weber

Der S 210 H gut ausgeleuchtet am Filmset – Foto: Brainpool / Willi Weber

Eine besondere Leistung wurde von der Filmcrew beim Drehen im Fahrzeuginnern verlangt: „Für die gesamte Licht- und Ton-Technik sowie die Kamera war es im Bus eigentlich viel zu eng“, erinnert sich Philipp Graf. Eine Herausforderung, der sich alle Beteiligten bravourös gestellt haben. Auch der S 210 H von Setra hat sich in seiner Rolle mit Bravour geschlagen, wie Graf versichert.

Lagebesprechung nach dem Fauxpass beim Busfahren... Foto: Brainpool / Willi Weber

Lagebesprechung nach dem Fauxpass beim Busfahren… Foto: Brainpool / Willi Weber

Da geht es lang! Foto: Brainpool / Willi Weber

Da geht es lang! Foto: Brainpool / Willi Weber

So wie im richtigen Leben, denn mit insgesamt 27.680 Einheiten wurde die Baureihe 200 zum Verkaufshit aus Ulm. Europaweit war die Fachpresse begeistert, 1977 wurde der S 215 HD zum Bus des Jahres gewählt. Und auch die ersten Kritiker sind nach ihrem Kinobesuch mit Stromberg mehr als zufrieden. Vielleicht gibt es ja wie bei der TV-Serie, die unter anderem mit dem Grimme-Preis, zwei Deutschen Fernsehpreisen und vier Deutschen Comedypreisen belohnt wurde, auch bald eine Auszeichnung für den Kinofilm.

Rüdiger Schreiber

Anm.: Dieser Beitrag ist eine überarbeitete Fassung meines Artikels aus der Fachzeitschrift BUSFahrer 2-2014 und einer Reportage auf www.modellbus.info aus dem Jahr 2014.

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